ehemalige Workshops und Projekte (exemplarisch)

 

Sexualpädagogisches Konzept für die geschlechtsspezifische soziale Gruppenarbeit

mit geflüchteten Mädchen / jungen Frauen 2017

 

Sexualpädagogik umfasst mehr als die bloße Aufklärung. Ziel ist ferner der Schutz vor sexueller Ausbeutung und Grenzüberschreitung. Für sozialpädagogische Gruppenabende in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe für geflüchtete Mädchen/jungen Frauen wurden im Rahmen eines Projektes didaktische Themenbausteine ausgearbeitet. Diese beinhalten u.a.: sexuelle Aufklärung (weibliche Anatomie, Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten, Verhütung), Gefühle und Beziehungen (Liebe, Wut, Stress, Depression), Geschlecht/Geschlechterrollen (Frauenrechte, Vorbilder – starke Frauen, sexuelle Identität, Geschlechterklischees, Konsens und Grenzziehung, Nähe und Distanz, Nein sagen), Medien (sexuelle Gewalt im Internet, Sexting, Cyberstalking), Gesellschaft (Anti-Bias/vorurteilsbewusste Bildung, Sexismus, Schönheitsideale, Essen und Ernährung, Gruppendynamiken/Gruppenrollen), Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt und Schutzsysteme.


"Kein Platz für dumme Sprüche"  2016 - 2017

 

Das Projekt "Kein Platz für dumme Sprüche" - Jugendsozialarbeit gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingsmädchen finanziert durch das Bundesprogramm "Demokratie leben" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Das Projekt umfasste vier aufeinander aufbauende Anti-Bias / Diversity Trainings mit geflüchteten jungen Frauen mit Unterstützung von jeweils fünf Sprachmittlerinnen. Die Trainings hatten zum Ziel gemeinsam mit den jungen Frauen Gruppenprozesse zu gestalten, bei denen jede Jugendliche mit ihren Interessen, Meinungen und Schwierigkeiten zum Thema Rassismus und Diskriminierung Berücksichtigung findet und auch über die eigenen Ausprägungen von Fremdenfeindlichkeit reflektieren kann.

Ferner wurden fünf weitere darauf aufbauende Gruppenabende entwickelt und durchgeführt zu den Themen "Die Geschichte meines Namens", "Interkulturelle Grenzerfahrungen", "Wie mit der eigenen Wut umgehen", "Bedeutung von zu Hause" und "Zukunft".

Als Teil des Projektes wurde gemeinsam mit den jungen Frauen ein eigenes "Magazin" erstellt, welches prozesshaft den Verlauf des Projektes wiederspiegelt und Raum gibt für die eigenen Erfahrungen der jungen Frauen von Flucht, Diskriminierung, Vorurteilen und Ungleichheiten.


"Du bist nicht Wir" - Diskriminierung im Alltag  2014 - 2015

 

Viele Menschen mit Migrationshintergrund, Migrant*innen oder ausländische Mitbürger*innen machen in ihrem alltäglichen Leben die Erfahrung, dass sie diskriminiert werden und nicht als gleichberechtigte Mitglieder unserer Gesellschaft anerkannt werden. Dies trifft beispielsweise die Bereiche: Diskriminierung durch staatliche Institutionen, Benachteiligung in zentralen Lebensbereichen wie z.B. auf dem Wohnungsmarkt, im Bildungsbereich, auf dem Arbeitsmarkt, in der gesundheitlichen Versorgung und der Freizeit, sowie gesellschaftliche Diskriminierung durch Medien oder rassistische Übergriffe.

Das Projekt fand in der niedrigschwelligen Migrantinnenberatung Bacim des DRK statt. Die Zielgruppe war eine heterogene und vielfältige Gruppe, bestehend aus Arbeitsmigrantinnen, Flüchtlingsfrauen, Ehefrauen von Deutschen oder hier lebenden Migranten und Töchter von Eingewanderten; alle unterschiedlichsten Alters und mit unterschiedlichsten Aufenthaltstiteln. Das Angebot richtet sich an Frauen mit den verschiedensten Migrationshintergründen und Problematiken, wobei der Schwerpunkt bei Frauen aus der Türkei liegt.

 

Bestandteile des durchgeführten Projektes waren:

  • Antidiskriminierungsarbeit
  • Empowerment durch Befragung zu eigenen Diskriminierungserfahrungen anhand eines standardisierten Fragebogens, Dokumentation und Auswertung
  • zwei Workshops zu Diskriminierung und Diskriminierungserfahrungen, Reflexion der eigenen gesellschaftlichen Positionierung, Auseinandersetzung mit der eigenen (Ohn-)Machtposition und (De-)Privilegierung und Thematisieren der gesellschaftlichen Machtasymmetrie entlang der sozial konstruierten Differenzlinie Geschlecht
  • zwei Schreibwerkstätten zu eigenen Diskriminierungserfahrungen und Austausch in der Gruppe
  • Öffentlichkeitsarbeit in Form einer Projektdokumentation sowie einer Wanderausstellung

Projektdokumentation auf Deutsch.pdf

 

Projektdokumentation auf Türkisch.pdf

 


"Give the Finger" - Info-booklet regarding fortress Europe, immigration, exclusion and 

                                     discrimination, Rroma and the recent incidents in Italy  2009

 

Die Infobroschüre "Give the Finger" ist aufgrund der Ereignisse im Jahr 2009 entstanden und beschäftigt sich mit dem Kampf gegen illegalisierte Einwanderung und die Kriminalisierung der Ethnie Rroma. Diese Themen dominierten über Monate die politische Debatte in und um Italien. In der italienischen “Sicherheits- und Migrationspolitik” im Jahr 2009 dienten Personen der Ethnie Rroma - insbesondere aus Rumänien -  hervorragend als Sündenböcke. Die lokale Presse verstärkte beinahe tägich das Bild einer kriminellen und unerwünschten Gruppe und warnte vor einer “sozialen Zeitbombe” in den "Rroma-Lagern".
Innenminister Roberto Maroni – auch Fraktionsvorsitzender der rechtsgerichteten Lega Nord – hatte damals in diesem Zusammenhang die neuste Regierungsmaßnahme bekannt gegeben: eine Kartei speziell für Rroma, die eine DNA-Datenbank mit dem so genannten digitalen Fingerabdruck und Fotos jeder einzelnen Person beinhalten sollte. Auch Kinder und Jugendliche wurden auf diese Weise registriert.

Aus den Protesten gegen diese Regierungsmaßnahme im Jahr 2009 ist das Titelbild dieser Infobroschüre entstanden, die kollektiv von Aktivist*innen aus Rumänien, Italien und Deutschland erarbeitet wurde.

Aufgrund der immer wieder kehrenden Aktualität der Thematik, wie sich an den Ereignissen im Juli 2018 in der Ukraine und Italien erneut zeigt, anbei die Broschüre auf Englisch.