prävention sexualisierter gewalt

 

There are two things we should give children:          one is roots,                           and the other is wings.

 

      nach Johann Wolfgang von Goethe

 

 

 


Sexualisierte Gewalt

Die Handlungen, die als sexualisierte Gewalt oder Missbrauch bezeichnet werden, weisen eine große Bandbreite auf. Nicht jede sexualisierte Gewalt ist strafbar, aber jede sexualisierte Gewalt verletzt die Betroffenen.

 

 

Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist jede sexuelle Handlung, die an oder vor ihnen gegen deren Willen vorgenommen wird oder der sie aufgrund körperlicher, seelischer, geistiger oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen können. Der Täter oder die Täterin nutzt dabei seine/ihre Macht- und Autoritätsposition aus.

 

Sexueller Missbrauch meint Handlungen an Kinder und Jugendliche; sexuelle Gewalt meint darüber hinausgehend bspw. auch Gewalt von Kindern und Jugendlichen untereinander; sexualisierte Gewalt soll ausdrücken, dass es um ein Machtverhältnis geht, das sexuell ausgelebt wird.

 

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Schutz vor allen Formen sexualisierter Gewalt. Im Rahmen der Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes stehen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie schulische Institutionen im Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung. Sie sollen zugleich Schutzraum (kein Tatort werden) als auch Kompetenzraum sein, an dem Kinder Hilfe erhalten, die sexualisierte Gewalt erfahren.

Institutionelle Schutzkonzepte

Unter einem Institutionellen Schutzkonzept werden die gebündelten Bemühungen eines Trägers zur Prävention von sexualisierter Gewalt verstanden. Es ist der ganzheitliche Ansatz, der auf der Basis einer Grundhaltung von Wertschätzung und Respekt mit dem Ziel und unter dem Dach einer Kultur der Achtsamkeit die verschiedenen präventiven Maßnahmen in Beziehung zueinander bringt. Diese stehen somit nicht isoliert sondern in einem Gesamtzusammenhang. Schutzkonzepte sind ein Zusammenspiel aus institutionellen und pädagogischen Maßnahmen. Sie umfassen Handlungspläne sowie konzeptionelle Elemente und basieren auf einem partizipativen und prozess-orientierten Grundverständnis von Prävention und Intervention. Sie umfassen bspw.:

  • Reflexion und Auseinandersetzung mit einrichtungsinternen Strukturen, Konzepten, Regeln, der Organisations-kultur und der Haltung im Team
  • Sensibilisierung, Aufklärung und Wissensvermittlung
  • Potential- und Risikoanalyse innerhalb
  • Einbindung aller Beteiligten in der und um die Einrichtung (Leitung, Mitarbeiter*innen, Eltern, Kinder, Jugendliche etc.)
  • Entwicklung und Implementierung eines Kriseninterventionsplanes
  • Erarbeitung von Verhaltenskodexen
  • Weiterentwicklung der internen und externen Beschwerdemöglichkeiten

Sexualpädagogische Konzepte

Sexualpädagogik umfasst mehr als die bloße Aufklärung. Ziel ist ferner der Schutz vor sexueller Ausbeutung und Grenzüber-schreitung. Zentrale Themen eines sexual-pädagogischen Konzeptes können in einem individuellen Betreuungssetting sowie in der sozialen Gruppenarbeit Beachtung finden.

 

Themenbausteine beinhalten bspw.:

  • sexuelle Aufklärung
  • Gefühle und Beziehungen
  • Geschlecht/Geschlechterrollen/sexuelle Identität
  • Konsens und Grenzziehung
  • Nähe und Distanz / Nein sagen
  • sexuelle Gewalt im Internet
  • Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt und Schutzsysteme

Die vielfältigen Anforderungen an die kontinuierliche Entwicklung eines institutionellen Schutzkonzeptes sowie sexualpädagogigscher Bausteine stellen in der täglichen Praxis eine Herausforderung dar.

 

Wünschen Sie eine Beratung/Begleitung bei der Entwicklung und Implementierung von institutionellen Schutzkonzepten und/oder sexualpädagogischer Konzepte zur Vorbeugung von sexualisierter Gewalt in Ihrem Träger der Kinder- und Jugendhilfe oder in Ihrer Schule, fragen Sie mich gerne an.