Worum geht es?

Männer und Frauen, Jungen und Mädchen sind oftmals auf unterschiedliche Weise von Gewalt betroffen und zeigen auch als Täter*innen spezifische Formen von gewalttätigem Verhalten.

 

Das soziale Konstrukt Geschlecht, in dem sich Menschen wahrnehmen, bewegen und im Alltagshandeln immer wieder bestätigen ("doing gender") trägt auch heute noch dazu bei, dass Mädchen und Frauen sowie Jungen und Männer unterschiedlich mit Konflikten umgehen. Aufgrund ihrer Sozialisationserfahrungen und Geschlechterprägungen entwickeln sie nicht selten ungleiche Strategien.

 

Das Wissen darum und eine vielfältige Methodenkompetenz können dazu beitragen, präventiv potentielle Konfliktsituationen zu erkennen und zu verhindern.

 

Geschlechtergerechte Konfliktlösungsstrategien kombinieren Gewaltprävention mit einem kritischen Blick auf die Geschlechterverhältnisse.                                     

 


Training für junge Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe sowie Kita und Schule

Ein Training in geschlechtergerechten Konfliktlösungsstrategien ist als Selbstbehauptungs- und Anti-Mobbing-Training konzipiert.

 

In diesem Training lernen Kinder und Jugendliche durch gemeinsames Erleben und Ausprobieren eine Vielfalt an Übungen zur Ich-Stärkung, zu Selbst- und Fremdwahrnehmung, Empathie und Perspektivenübernahme, Wahrnehmung von Gefühlen, zum Umgang mit Wut und Ärger, zu gelingender Kommunikation, zur konstruktiven Konfliktlösung sowie Kooperation und Teamfähigkeit kennen. Das Training zielt darauf ab, Selbstbewusstsein, Selbstreflexion, Kommunikation und soziale Kompetenz zu stärken und ist demütigungsfrei aufgebaut.

 

Damit die neuen Erfahrungen in das eigene Alltagshandeln integriert werden können, ist das Training in sechs Einheiten à 90 Minuten für den schulischen und außerschulischen Kontext (Kindergarten + Kita sechs Einheiten à 60 Minuten) strukturiert.

 

Ziel ist es, am Ende des Trainings die Kinder und Jugendlichen nicht nur individuell in ihrer Person gestärkt, sondern auch in der Gruppe eine gemeinsame Sprache zur Konfliktlösung und Deeskalation geschaffen zu haben.

 

Begleitend zu den Trainingsmodulen und Lernstrategien werden Reflexionsgespräche mit den pädagogischen Fachkräften und Elterngespräche angeboten.

 

Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Mädchen und junge Frauen

Geschlechtsspezifische Gewalt hat ihre tieferen Wurzeln in der Einstellung der Gesellschaft zur Diskriminierung nach Geschlechtszugehörigkeit bzw. in ihren geschlechtsbezogenen diskriminierenden Praktiken, die Frauen in eine den Männern untergeordnete Stellung zwingen. Sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt kann überall und zu jeder Zeit stattfinden. Sie kommt in allen Gesellschaftsschichten, Kulturen, Religionen und Altersgruppen vor.

Das Training findet daher in einem besonders auf die Bedürfnisse von jungen Frauen und Mädchen zugeschnittenen geschlechts-spezifischen Freiraums statt.

 

Wir hinterfragen gemeinsam geschlechtsspezifische Rollenzuweisungen und Bewertungen, zeigen alternative Lebensweisen sowie -modelle auf und bieten Auseinandersetzungsmöglichkeiten an.

 

Das Training unterstützt die Mädchen und jungen Frauen um zu selbstbewussten, starken, zur Selbstreflektion fähigen jungen Frauen heranwachsen zu können. In der Gruppe lernen sie Meinungen und Vorstellungen zu diskutieren und die anderer zu akzeptieren, Konflikte zu lösen, Verantwortung für andere zu übernehmen und besonders eigene Grenzen zu erkennen und sich auf angemessene Weise zu behaupten.

 

Zum Inhalt des Trainings gehören Wahrnehmungsübungen, Gespräche, Rollenspiele, Selbstbehauptungsübungen sowie  Schlagtechniken, Sprach- und Reaktionsübungen.

für pädagogische Fachkräfte in Schule und Jugendhilfe

Was können Sie als Pädagog*innen tun und lassen, um Kinder und Jugendliche bzw. Schüler*innen zu ermutigen, sich bei der Entwicklung von (Gender-)Selbstkonzepten individuell auszuprobieren und dabei über Weiblichkeits- und Männlichkeitsstereotype hinaus auf die ganze Bandbreite verfügbarer Verhaltens-und Ausdrucksweisen bzw. Lebensentwürfe zuzugreifen.

Wie können Sie als Pädagog*innen Denk- und Suchbewegungen anregen, die ein Gendergerechtes soziales Miteinander ohne sexistische Abwertung, Diskriminierung und (Selbst-) Reduzierung anstrebt?

Wie kann es gelingen, Heranwachsende für eine von Respekt und Offenheit getragene, kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen gegenderten Lebenswirklichkeiten zu gewinnen?

 

Neben einer Reflexion eigener Konzepte und Erfahrungen und einem Austausch über unterschiedliche Positionen zu Bedeutung und Effekten von Genderzuschreibungen, -anforderungen und -normativen im pädagogischen Alltag werden Interventionen und Methoden für Unterricht bzw. sozialpädagogischen Kontext vorgestellt und ausprobiert.

 

Die kritische Auseinandersetzung mit normativen Geschlechterbildern in dem eigenen System (Institution, Team) ist ein wichtiger Baustein in der präventiven Arbeit, da dadurch oftmals individuelles gewalttätiges Handeln gefördert und mit erzeugt wird. Um langfristige Präventionsstrategien zu entwickeln ist ein Einbeziehen wichtig.